Siegerehrung bei der Firma LANXESS

Nach unseren Mitmach-Experimenten gab es jetzt die große Siegerehrung in der Zentrale der Firma LANXESS mit Maskottchen und echten Wolken

 

Zuckerwürfel, die sich nicht mehr auflösen wollen, Tomaten, die schwimmen können oder Metall, das auf einer unsichtbaren Haut liegt – vier Wochen lang sind wir im Herbst an dieser Stelle den Geheimnissen von ganz normalem Wasser auf den Grund gegangen. Ihr habt uns als kleine Forscherinnen und Forscher dabei unterstützt, die spannenden Experimente selber zu Hause nachgebaut und eure Beobachtungen an uns geschickt. Dafür sagen wir vielen herzlichen Dank!  

Unter allen Einsendungen haben wir tolle Preise verlost, die am 17. Januar auf einer kleinen Wissenschafts-Party verliehen worden sind. Diese hat in der Zentrale der Firma LANXESS in Köln stattgefunden, einem der größten Chemieunternehmen Deutschlands. Denn es hatte die Idee, Kinder mit einfach nachzumachenden Wasser-Experimenten stärker für das Thema Forschung und Naturwissenschaften zu interessieren. Schon vor sechs Jahren hat LANXESS deswegen 1.000 rote Koffer an Grundschulen in der Region verschenkt. Sie stecken randvoll mit Dingen, die man für spannende Experimente benutzen kann. Einer der roten Chemiekoffer reicht aus, um eine ganze Klasse damit experimentieren zu lassen. Sie wurden extra für Mädchen und Jungen im Grundschulalter entwickelt. 

Klar, dass bei einer Siegerehrung für junge Forscherinnen und Forscher nicht einfach nur Preise überreicht werden können. Stattdessen gab es nach einem Imbiss eine spannende Wissenschaftsshow, bei der neben Zuschauen auch Mitmachen gefragt war. Da verwandelten sich zwei klare Flüssigkeiten plötzlich in Tee, Bier oder einen Cocktail und wieder zurück. Die Maskottchen Lanny von LANXESS und natürlich unser Duda wurden mit Luft „beschossen“ und mit Stickstoff zauberten Wissenschaftler Eric Siemes und sein Assistent einen richtigen Wolkenhimmel mitten in den Veranstaltungssaal. Im Anschluss erhielten die stolzen Gewinner der Aktion ihre Urkunden und Preise.

Die Gewinner

Mit Geld für die Klassenkasse wurden prämiert: 
Die Forscher-AG der GGS Katterbach in Bergisch Gladbach, die 1. Klassen der OGS Nordschule Erftstadt-Lechenich, die Mädchengruppe für Viertklässlerinnen der GGS Europaring in Köln, die 5e 
des Landrat-Lucas Gymnasiums 
in Leverkusen, die 5b des Clara-
Fey-Gymnasiums in Schleiden und die 5b des Hölderlingymnasiums in Köln. 

Sachpreise für kleine Forscher 
haben gewonnen: Milena, Lucas, Leon, Levi, Felix und Simon.
Auf dem Foto mit den Einzelsiegern ist Felix (7) der zweite von links und Simon (7) der dritte von links.
Fotos zu den Experimenten stammen jeweils von den Kindern/den Schulen selbst.

Experiment 1 – Zuckerwasser

Das war das Experiment:
Je ein Stück Würfelzucker in ein Glas mit warmem und in eins mit kaltem Wasser geben und beobachten. Dazu haben wir einige Fragen gestellt, zum Beispiel: Sind Luftblasen aus dem Würfel aufgestiegen? Sah das Wasser um den Würfel herum anders aus oder: Wo hat sich der Würfel schneller aufgelöst, im kalten oder warmen Glas? 

 

Unter vielen anderen hat Felix (7 Jahre) toll erklärt, was da mit dem Zucker passiert. In seinem Experimentierbericht schrieb er zum Beispiel, dass das Wasser um die Zuckerwürfel herum „flimmern“ würde. Gut beobachtet, Felix: Solche Schlieren entstehen, während sich der Zucker auflöst, weil direkt am Würfel viel mehr winzig kleine Zuckerteilchen im Wasser schwimmen. Das Licht hat es schwerer, dort hindurch zu kommen, darum sehen wir ein Flimmern. „Der Würfel im warmen Wasser ist schneller zerfallen als im kalten Wasser“, schrieb Felix außerdem. Völlig richtig, denn im warmen Wasser sind die Wasserteilchen zackiger unterwegs als in kaltem. So wird der gelöste Zucker schneller im Glas verteilt.  


Felix hat einen Chemiebaukasten gewonnen. 

Experiment 2 – Hat Wasser eine Haut?

Das war das Experiment:
Eine Büroklammer in ein Glas Wasser werfen – und zack geht sie unter. Doch wenn sie ganz vorsichtig auf das Wasser gelegt wird, schwimmt sie plötzlich – obwohl sie aus Metall ist und eigentlich sinken müsste. Richtig verrückt wird es, wenn man einen Tropfen Spülmittel in das Glas tropfen lässt. Denn plötzlich sinkt die Klammer wie ein Stein. Wie kann das sein?



Unter anderen hat sich die Forscher-AG der 1. und 2. Klasse der GGS Katterbach aus Bergisch Gladbach mit diesem Experiment beschäftigt. Dabei haben sie die Frage auf eine tolle Art und Weise klären können. Denn Wasser hat tatsächlich eine Art Haut. Wassermoleküle (die kleinsten Wasserteilchen) ziehen sich gegenseitig an. Diese Anziehungskraft sorgt dafür, dass sich die Wasseroberfläche ein wenig spannt, fast wie bei einem Trampolin. Daher werden leichte Dinge wie Blätter, kleine Rindenstücke oder eben Büroklammern vom Wasser getragen. Diese Oberflächenspannung haben die Schüler der Forscher-AG aus Bergisch Gladbach sogar in einem großen Kreis nachgespielt. Sie haben sich an den Händen gehalten und gezogen. So war jeder ein Wassermolekül, welches ein anderes anzieht und dadurch Spannung erzeugt.

Die Forscher-AG der GGS Kattenbach hat 200 Euro für den Förderverein der Schule gewonnen.

Experiment 3 – Wie viel Zucker schluckt ein Glas Wasser?



Das war das Experiment:
In ein Glas mit genau 0,1 Liter Wasser wird durch Umrühren ein Zuckerwürfel aufgelöst. Dann noch einer. Und noch einer. So lange, bis die Zuckerwürfel sich einfach nicht mehr auflösen wollen. Wann ist es soweit, wie viele Zuckerwürfel passen hinein und warum ist irgendwann Schluss? 

Diesem Experiment haben sich etwa die Kinder der Forschergruppe der ersten beiden Klassen in der OGS Nordschule Erftstadt-Lechenich gestellt. Sie haben es sogar erweitert und es einmal mit warmem und einmal mit kaltem Wasser versucht. Dabei wurde viel gerührt und viel gelernt. Bis zu 20 Stücke Zucker lassen sich – mit viel Geduld – in einem Glas mit 100 Millilitern Wasser lösen. Dann ist aber wirklich Schluss. Denn: Es gibt irgendwann keine Wasserteilchen mehr, weil alle mit Zucker „belegt“ sind. Wenn so ein Fall eintritt, spricht man von einer „gesättigten Lösung“. Die Forscher der OGS Nordschule haben das toll erklärt: „Je mehr Zucker zu dem Wasser hinzukommt, umso länger dauert es, bis sich dieser auflöst. Die Moleküle können sich nicht mehr so schnell bewegen – ähnlich wie beim Stau auf der Autobahn.“    

Die Forschergruppe der OGS Nordschule Erftstadt-Lechenich hat 150 Euro für den Förderverein der Schule gewonnen.
 

Experiment 4 – Süß- und Salzwasser



Das war das Experiment:
Bei zwei Gläsern mit je 0,2 Liter Wasser darin wird eines mit acht Teelöffeln Salz gefüllt und gut umgerührt. So steht neben dem Süßwasser ein Glas Salzwasser. Danach soll ein Einkaufschip auf die Oberfläche des Süßwassers und des Salzwassersgelegt werden. Anschließend wird das gleiche mit einer kleinen Tomate gemacht. Was ist mit dem Chip und der Tomate im Salzwasser passiert? Warum ist das so?

Simon (7) konnte neben vielen anderen das Rätsel lösen. „Salzwasser ist schwerer“ schreibt er in seinem Experimentierbericht. Und das stimmt: Salzwasser hat eine höhere Dichte als Süßwasser, es enthält eben neben den Wassermolekülen auch noch das Salz. Und deswegen geht etwa die Tomate im Süßwasser unter, schwimmt aber im Salzwasser, weil sie vom Salz getragen wird. Simon hat auch ganz richtig erklärt, warum wir Menschen Salzwasser nicht trinken können. Erst einmal schmeckt es scheußlich, klar. Jeder hat wohl schon mal einen Schluck Meerwasser in den Mund bekommen. Aber viel schlimmer, weiß Simon: „Wir verdursten von innen, wenn wir Salzwasser trinken.“ Völlig richtig, denn wenn wir das tun, entziehen wir unseren eigenen Körperzellen Wasser. Das holen sich unsere Nieren, um mit dem vielen Salz fertig zu werden. Am Ende trocknen wir also aus, „verdursten“ sozusagen von innen. 

Simon hat das Experimentierbuch „Das verrückte Chemie-Labor“ gewonnen.

Alle Fotos Preisverleihung: Alfred Jansen/Lanxess